Fragen, Antworten, Erfahrungen und Tipps rund um Dating-Portale und Online-Partnersuche

Love Scamming – Infos, Tipps, wichtige Fragen und Antworten zum Thema!


Warnzeichen für Scam

Inhaltsverzeichnis


Was ist Love Scamming?

Unter Love Scamming, auch Rommance Scamming genannt, versteht man, dass Online-Betrüger auf Dating Seiten oder in sozialen Netzwerken, Partnersuchenden Liebe vortäuschen und sie dazu bringen, ihnen Geld zu überweisen.

Meist befinden sich diese Love Scammer im Ausland. Oft leben sie in Afrika oder Osteuropa und handeln für gewöhnlich nicht alleine, sondern sind in Banden organisiert.

Love Scammer sind meist auf kostenlosen Portalen und Apps unterwegs, wie z.B. lablue, badoo, finya, lovoo, tinder usw., weil sie dort ohne Angaben von eigenen Zahlungsdaten komplett anonym agieren können.

Die Betrüger erstellen Fakeprofile mit Bildern, die sie von anderen Menschen aus dem Internet klauen. Dann schreiben sie partnersuchende Frauen und Männer an und spielen ihnen die große Liebe vor.

Sobald sie eine Person an der Angel haben, fragen sie sie nach Geld für einen Notfall oder Flugticket. Im realen Leben kommt es nie zu einem Treffen.

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Welche Liebesbetrüger gibt es im Internet?

Es gibt verschiedene Liebesbetrügern im Internet. Am meisten verbreitet sind folgende Gruppen:

  • Love Scammer aus Affrika: Affrikanische Betrüger – meist aus Ghana oder Nigeria – verwenden immer eine typische, gut funktionierende Masche. Mit einem Profil von einem attraktiven, auf den ersten Blick erfolgreichen, weißen Mann (meist Amerikaner oder Franzose), der oft als Marineoffizier, Reporter, Fotograf oder Unternehmer tätig ist, schreiben sie einsame Frauen an und erschleichen ihr Vertrauen. Der Nachrichtenaustausch erfolgt auf Englisch oder Französisch – Sprachen, die in vielen afrikanischen Ländern als Amtssprachen gelten und von vielen gut beherrscht werden. Nach einigen Wochen oder Monaten Kontakt hat der Mann endlich mal Zeit, die Frau zu besuchen. Einige Tage später stößt ihm etwas Schlimmes zu, z.B. er wird ausgeraubt oder am Flughafen festgehalten und die Polizei hat seine Kreditkarten beschlagnahmt. Damit er einen Anwalt einschalten kann, braucht er ein paar Tausend Euro, die er sofort zurückzahlen möchte, sobald er wieder freigelassen wird. Außerdem sind auch Betrugsmaschen bekannt, wo das Opfer Geld bekommt, welches weiter überwiesen werden soll. Bei diesem Betrug wird das Opfer unbewusst zum Mittäter, weil das Geld natürlich aus illegalen Quellen stammt. Mit psychologischen Druckmitteln verdienen afrikanische Liebesbetrüger Hundertausende von Euro jährlich.
  • Liebesbetrügerinnen aus Osteuropa: Betrüger aus osteuropäischen Ländern wie Russland oder Ukraine haben es auf Männer abgesehen. Mit Fotos von einer hübschen Frau, die einem die Liebe schwört, werden einsame Herzen geködert. Nach einem intensiven Kontakt macht die Frau vorsichtige Andeutungen, dass sie den Mann gerne besuchen würde, aber kein Geld für ein Flugticket hat. Manchmal werden auch tragische Familiengeschichten erfunden und der Mann wird z.B. nach Geld für Medikamente für eine kranke Oma gefragt. Alles ist natürlich erfunden und die Frauenprofile sind in den meisten Fällen gefälscht.
  • Chat-Erpresser, die Nacktfotos und Videos als Druckmittel nutzen: Die fieseste Abzockmethode ist die Erpressung durch erotische Bilder und Videos. Die Opfer werden meistens in Sozialen Netzwerken und damit verbundenen Plattformen gesucht, weil man so die Identität des Opfers schnell herausfinden kann. Dabei sind sowohl Männer als auch Frauen betroffen. Die Fake-Person baut eine Vertrauensbasis zum Opfer auf und bringt es dazu, sexuelle Handlungen vor einer Webcam zu vollziehen, die aufgezeichnet werden. Dann wird das Opfer mit dem Videomaterial erpresst. Die Erpresser drohen vor allem damit, die Bilder und Videos an alle Kontakte des Opfers in Sozialen Netzwerken zu senden.
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Wie erkennt man Liebesbetrüger und Heiratsschwindler?

  • Sprachkenntnisse: Die meisten Betrüger kommen aus dem Ausland, weil sie dort nicht verfolgt werden können. Wenn Dich jemand anschreibt, der Englisch, Französisch oder gebrochenes Deutsch spricht, solltest Du der Person zunächst nicht zu viel Vertrauen schenken.
  • Zu schön, um wahr zu sein: Egal, ob männlich oder weiblich, die Fake-Personen sind immer attraktiv. Betrüger, die auf Frauenfang sind, ködern sie oft auch mit dem beruflichen Erfolg und erzählen, dass sie geschäftlich in der ganzen Welt unterwegs sind. Zudem sind Romance Scammer sehr geschickte Psychologen und verkörpern auch charakterlich den Traumpartner. Sie sind sehr einfühlsam, romantisch, liebevoll – einfach perfekte Menschen, wie man sie sonst nur aus Liebesfilmen kennt.
  • Vernetzung: Die Person ist über soziale Netzwerke, E-Mail, Skype und Telefonnummer erreichbar und will schnell von der ursprünglichen Kennenlernplattform zu einer anderen Kontaktmöglichkeit wechseln. Das liegt vor allem daran, dass der Kontakt nicht verloren gehen sollte, falls die ursprüngliche Kennenlernplattform dem Fake-Profil auf die Schliche kommt und ihn löscht. Zudem kommt es dem Opfer viel vertrauenswürdiger vor, wenn man mehrere Kontaktdaten von der Person hat. Im Skype wird übrigens oft nur ein Video abgespielt, da die Person nicht echt ist.
  • Ungereimtheiten: Der Schwindler widerspricht sich und verhält sich auffällig. Viele Dinge scheinen keinen Sinn zu machen und auf konkrete Fragen, gibt es keine klaren Antworten. Bei zu vielen Nachbohrungen greifen Betrüger zu emotionalen Druckmitteln und werfen dem Opfer vor, kein Vertrauen zu haben.
  • Unglücksfall: Wenn Dir jemand eine traurige Geschichte über einen plötzlichen Notfall erzählt, bei dem dringend Geld benötigt wird, spricht es für einen Online-Schwindler. Es geht oft um eine hohe Summe, meist im vierstelligen Bereich.
  • Geld gegen Treffen: Der Betrüger sagt, dass das Treffen nur dann stattfinden kann, wenn er das Geld bekommt.
  • Taktik: Die Betrüger fragen manchmal nicht direkt nach dem Geld, sondern warten, bis das Opfer „freiwillig“ ihre Hilfe anbietet.
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Wie kann man sich vor Love Scammern schützen?

  • Nie Geld geben: Man sollte auf keinen Fall Geld an fremde Menschen überweisen, die man im echten Leben noch nie gesehen hat.
  • Zeitnah treffen: Am besten ist es, wenn man sich auf keine Personen einlässt, mit denen man sich nicht schnell treffen kann. Eine Online-Fernbeziehung ohne die Möglichkeit, einander live zu sehen, endet selten gut.
  • Nicht zu viel preisgeben: Man sollte nicht zu viel über eigene Identität, Freunde und Familie sowie berufliche und finanzielle Situation preisgeben. Man kann zwar schon über etwas Persönliches chatten, aber nie zu viele Details verraten.
  • Kein Cybersex: Man sollte nie intime Handlungen vor der Webcam vornehmen und niemandem eigene Nacktbilder zukommen lassen. Das kann böse enden.
  • Bilder überprüfen: Mit Hilfe von Google Bildersuche ist es möglich, zu überprüfen, ob bestimmte Fotos noch irgendwo anders im Internet auftauchen. Wenn Du den Chrome-Browser nutzt, klicke auf ein Profilbild mit der rechten Maustaste und dann auf den Punkt „Mit Google nach Bild suchen“:
So funktioniert die Bildersuche im Chrome

Wer einen anderen Browser als Chrome nutzt, kann folgendermaßen vorgehen:

  1. Speichere die Profilbilder der verdächtigen Person ab.
  2. Gehe zu Google Bildersuche: http://images.google.com/
  3. Klicke im Suchschlitz auf das Symbol mit der Kamera und dann auf „Bild hochladen“. Alternativ kannst Du ein Bild per Drag&Drop vom Speicherort direkt in die Bildersuche ziehen.
  4. Nun wird Dir angezeigt, ob das Bild irgendwo im Internet auftaucht. Bilder der Romance Scammer sind meistens auf mehreren Portalen zu finden.

So sehen die Suchergebnisse für unser Beispielbild aus:

Ergebnisse unserer Beispielsuche
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Was kann man machen, wenn man auf einen Liebesschwindler reingefallen ist?

Leider ist es kaum möglich die Liebesbetrüger straffrechtlich zu verfolgen, weil sie aus dem Ausland agieren und für die deutsche Polizei daher ungreifbar sind. Eine Anzeige gegen Unbekannt ist trotzdem zu empfehlen. Denn in seltenen Fällen hinterlassen die Betrüger kleine Spuren oder haben Mittelmänner in Europa, die man ausfindig machen kann.

Außerdem kannst Du mit Deiner Geschichte andere Menschen vor Abzocke warnen, wenn Du im Internet Deinen Erfahrungsbericht so viel wie möglich verbreitest. Es gibt Foren und Portale, die sich mit dem Thema befassen. Berichte dort über die Person, die Dich betrogen hat. Manche Menschen, die Zweifel hegen, googeln nach bestimmten Details, wie z.B. Name der verdächtigen Person. Wenn andere Opfer Deinen Erfahrungsbericht finden, kann er sie vor dem Betrug schützen.

Du solltest Dich auf keinen Fall schämen, sondern andere vor dem gleichen Schicksal warnen. Das kann wirklich jedem passieren!

Du kannst den Betrüger auch bei den Betreibern des Dating-Portals melden, damit sein Profil gelöscht wird. Leider wird diese Maßnahme, den Liebesbetrüger nicht davon abhalten, andere Profile zu erstellen. Aber es wird ihm trotzdem ein bisschen Wind aus den Segeln nehmen.



Über die Autorin:

„Ich bin Andrea und schreibe liebend gern für diese Webseite. Wie Du es Dir wahrscheinlich schon gedacht hast, gehört Online-Dating zu meinen Lieblingshobbys. Sonst spiele ich noch Tennis, lese Frauenromane und gehe gerne vegetarisch essen. Mein Arbeitsalltag besteht daraus, kleinen Unternehmen beim Aufbau von Homepages zu helfen, die ehrlich gesagt weniger interessant sind, als diese hier :-)“